Klimapositiv - der nächste Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Klimapositiv

Jeder Mensch, überall und jeden Tag ist von seiner unmittelbaren Umgebung betroffen. Im Laufe der Jahre ist deutlich geworden, dass etwas mit unserem Klima geschehen ist und weiterhin geschieht. Der Klimawandel ist ein heißes Thema, das einen prominenten Platz in den täglichen Nachrichten eingenommen hat. Hier ist ein Blog, in dem David Marshall, Geschäftsführer von Immago, den Unterschied zwischen klimapositiv und kohlenstoffneutral sowie die Rolle, die die Modebranche und die regenerative Landwirtschaft dabei spielen, unmissverständlich erklärt. – paul kronenberg


Klimapositiv – der nächste Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Von David Marshall

“Auf dem COP26-Gipfel in Glasgow in diesem Monat ging es darum, einen Weg zu finden, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden.

Nach langem Gezänk um Worte und Phrasen, vor allem von zwei der größten Umweltverschmutzer der Welt, Indien und China, wurde schließlich eine Einigung erzielt.
Leider scheint die Vereinbarung einigen nicht weit genug zu gehen: Greenpeace meint, dass das 1,5°C-Ziel “gerade noch am Leben” gehalten wird. Eine Sache, die nach dem Gipfel offensichtlich ist, ist die Tatsache, dass der Klimawandel jetzt zu den Mainstream-Nachrichten gehört. Von lokalen Unternehmen bis hin zu internationalen Marken ist das Wort Nachhaltigkeit in aller Munde. Aber viele sagen jetzt, dass wir den Punkt überschritten haben, an dem Nachhaltigkeit nicht mehr genug ist. Klimapositiv ist das neue Schlagwort im Kampf um die Rettung unseres Planeten.

Was ist klimapositiv?
Klimapositiv bedeutet, dass man sich positiv auf die Umwelt auswirkt, anstatt nur zu versuchen, die negativen Auswirkungen zu verringern. Diejenigen, die sich kohlenstoffpositiven Praktiken verschrieben haben, zielen darauf ab, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen und so einen positiven Effekt auf den Klimawandel zu haben.
Klimapositiv zu sein bedeutet, einen Schritt weiterzugehen als klimaneutral oder normales nachhaltiges Verhalten.

Der Unterschied zwischen klimapositiv und kohlenstoffneutral
Klimaneutral bedeutet, dass die Menge an Kohlenstoff, die Ihr Prozess in die Atmosphäre abgibt, durch Dinge ausgeglichen wird, die Kohlenstoff binden. Wie zum Beispiel Bäume, Böden und Ozeane. Nach Angaben von Onetreeplanted.org stößt ein durchschnittlicher Amerikaner jedes Jahr etwa 16,2 Tonnen Kohlendioxid aus. Um dies auszugleichen, sollte er circa 8-10 Bäume pflanzen.

Wenn es um Unternehmen geht, ist diese Zahl natürlich drastisch erhöht. Es ist zwar schwer zu sagen, aber man schätzt, dass KMU pro Jahr einen Kohlenstoff-Fußabdruck von 539 Tonnen haben. Unternehmen rühmen sich damit, Bäume zu pflanzen, um ihren Kohlenstoff
auszugleichen, aber das ist nicht unbedingt eine gute Sache. Ihr ursprünglicher Kohlenstoff gelangt immer noch in die Atmosphäre. Der Baum, den sie gepflanzt haben, wird Jahre brauchen, um zu wachsen und das CO2 abzubauen, während der Kohlenstoff, den sie hineingegeben haben, zum Klimawandel beiträgt. Klimapositiv zu sein bedeutet, dass Sie aktiv Kohlenstoff durch Ihren Produktions-/Herstellungsprozess entfernen.

Klimapositiv in der Modeindustrie
Mode und Nachhaltigkeit gingen nicht immer Hand in Hand. Wir haben schon früher über den Schaden gesprochen, den die Bekleidungsindustrie unserem Planeten zufügt.
Aber die Branche beginnt sich zu ändern, wenn auch langsam. Vor der COVID-19 Pandemie haben Designer wie Gabriela Hearst, Gucci und Dior klimaneutrale Schauen veranstaltet und ihre Kulissen wiederverwendet, während Marken aus dem In- und Ausland für ökologische, recycelte und upgecycelte Kleidung warben. Die Pandemie hat die Notwendigkeit von mehr Nachhaltigkeit in der Branche nur noch deutlicher gemacht. Eine Umfrage der Vogue ergab, dass der Wunsch nach nachhaltigen Produkten in der Branche stetig zunimmt.

Das ist alles großartig, aber die Realität sieht so aus, dass die Modeindustrie nicht annähernd so nachhaltig ist, geschweige denn klimaschonend. Übermäßiger Konsum ist heute der größte Faktor für den Klimawandel. Untersuchungen haben gezeigt, dass wir mehr kaufen, wenn Produkte mit Begriffen wie recycelt oder nachhaltig gekennzeichnet sind.

Regenerative Landwirtschaft
Eine große positive Veränderung in der Branche ist die regenerative Landwirtschaft.
Der Anbau von Baumwolle für die Herstellung von Kleidung macht einen großen Teil der Industrie aus. Wenn es also einen Weg gäbe, dieses Klima positiv zu beeinflussen, wäre das ein großer Schritt in Richtung einer regenerativen Zukunft. Die Heilung des Bodens durch regenerative Landwirtschaft bedeutet eine gute Bodengesundheit, was wiederum bedeutet, dass mehr Kohlenstoff gebunden wird.

Einige große Unternehmen wie Patagonia nutzen regenerative Anbaumethoden, um nicht nur ihren Kohlenstoff-Fußabdruck zu verringern, sondern auch aktiv den Kohlenstoff in der Atmosphäre zu reduzieren und damit das Klima zu verbessern.“

Der komplette Blog wurde am 21. November 2021 auf immago.com/climate-positive veröffentlicht.


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